Dem Zauber einer Insel erliegen:
Samos
Samos

Nach den Waldbränden im Sommer 2000: Bericht über die Samoshilfe
26. bis 29.3.2001: Wieder Brände auf Samos!

Liebe auf den ersten Blick
- von Eva Hinsche -




Kalimera!

Samos, mit diesem klangvollen Namen der ostägäischen Insel verbindet man griechische Lebensart, Wein und Badefreuden. Doch das ist längst nicht alles. Gehen Sie mit einer langjährigen Kennerin dieses kleinen Paradieses auf eine interessante Reise über die grüne Insel und lassen Sie sich ein auf detaillierte Impressionen.

 

Beim Wandern  auf  Samos erlebt man die üppige Vielfalt der  Natur am intensivsten.

Im Frühling präsentieren sich die 
<   Judasbäume mit ihren rosaroten Blütenwolken.



Im Herbst verströmen Hunderte von  zartrosa Zyklamen (Alpenveilchen) ihren aparten Duft.
Die Seele der Insel ist der Olivenbaum. Silbern gefiedert hebt er sich ab vom Blauschwarz der Zypressen und dem satten Grün des Lorbeer und der Maulbeerbäume.
Oft führen die alten Schäferpfade durch Olivenhaine. Sie bieten auch im Sommer Schatten und laden ein zum Verweilen

Hera, Göttin des Wachstums und der Fruchtbarkeit, ist auf  Samos zu Hause. Geerntet wird zu jeder Zeit.  Es gibt  das ganze Jahr über keine Pause.

Das Meer, ob nun mit temperamentvoller Brandung  oder als schimmerndes Seidentuch, bietet stets eine Erfrischung für alle Sinne.

Zum Glück gibt es noch viele Bergdörfer, die den Tourismus unbeschadet überstanden haben. Hier begegnet man noch der ursprünglichen Herzlichkeit der Menschen.


Katzenliebhaber kommen voll auf ihre Kosten. Katzen und Kater sind jederzeit bereit für einen Fototermin. Die Pose bestimmen sie selbst - mit viel Gespür für Wirkung.

Ob Kirchlein oder Klöster, sie stehen immer in Harmonie mit der Natur. Und innen erwartet den Gast Weihrauchduft und viel Goldgeglitzer.

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Die Entstehung der Samoshilfe
- von Regina Goldbach -

Nachdem wir kürzlich unsere Leser mit einem einfühlsamen Reisebericht über die griechische Insel Samos erfreut haben (siehe weiter oben), stellt Ihnen der LeineBlick nun eine Hilfsaktion für die Insel Samos vor. Im Sommer des letzten Jahres wüteten verheerende Brände auf der waldreichen Insel, die nicht nur ein Drittel der gesamten Natur schädigten, sondern auch manche Existenz vernichteten. Zu diesem Thema erreicht uns der folgende Beitrag von Regina Goldbach von der Samoshilfe:

Das letzte Jahr war für mich und meinen Mann nicht das Beste. Im Juni stellte sich heraus, dass unser jährlicher immer wahnsinnig herbei gesehnter Urlaub auf Samos aus Krankheits- Gründen nicht stattfinden würde. Das war schon ein Schlag in die Magengrube. Nur kurze Zeit später, Anfang Juli der ganzen Süden Europas stöhnte unter einer enormen Hitzewelle brachen die Feuer auch auf Samos aus. Jeden Morgen saßen wir mit Tränen in den Augen schon um 6.00 vor dem Fernseher und mussten mit ansehen, wie die wunderschönen Waldgebiete im Innern der Insel, die wir noch ein Jahr vorher so genossen hatten, verbrannten.


Das verbrannte Kloster Vronta
Bild: Piko www.samos-holidaypark.de

Diese Hilflosigkeit war zum Verrücktwerden, zumal die Informationen in den Medien nur sehr unzureichend für uns waren. Beim Durchstöbern des Internets stieß ich auf ein Griechenland- Forum bei in-greece. Dieses hatte zwischenzeitlich viele Samosfans angelockt und lieferte auch direkte Informationen aus Samos. 
Es zeigte sich dabei auch, dass das Gerücht der Brandstiftung nicht zutraf. Es war eine unglückliche Verkettung von Wetterverhältnissen, verbunden mit den massiven Brandherden in ganz Südeuropa. Dazu kam, dass die Feuerwehren teilweise ungenügend für dieses Gelände ausgerüstet war. Feuerwehrmänner auf Samos mussten zum Teil kleine Brandherde mit bloßen Händen ausschlagen, da keine entsprechenden Handschuhe zur Verfügung standen und zogen sich dabei nicht unerhebliche Verletzungen zu.
Da das Interesse immer größer wurde, richtete in-greece sein spezielles Samosforum ein. Dort waren dann Janni und Uli K. immer sehr präsent. Innerhalb kurzer Zeit, in der wir viel mailten, telefonierten und im Forum schrieben, haben wir dann die Idee mit der Samoshilfe entwickelt. in-greece baute uns die speziellen www.samoshilfe.de Seiten und Uli richtete ein Notaranderkonto ein. Einen Verein zu gründen, damit auch Spendenbescheinigungen ausgegeben werden konnten, war uns allerdings zu aufwendig. Die Aktion, die zunächst trotz vieler vieler Anfragen bei Zeitungen, griechischen Gesellschaften, Botschaft etc. nur auf das Samosforum beschränkt blieb, erbrachte trotzdem bis September 4000 DM an Spendengeldern. Trotz vieler privater Hilfsorganisationen hat es dann die Samoshilfe bewerkstelligt, dass Janni dieses Geld direkt auf Samos der Freiwilligen Feuerwehr übergeben konnte. Es war zwar nicht die größte aber wenigstens die schnellste Hilfe für die Insel, denn wir waren die ersten, die Spendenhilfe überbracht haben. Während der Urlaubssaison kamen dann sehr viele aktuelle Nachrichten und Fotos aus Samos über das Forum. Es war schon sehr erschreckend was man zu hören und zu sehen bekam. Unsere Arbeit ging also weiter. Erst einmal galt es in den nächsten Monaten Leute, die am weiteren oder ersten Besuch der Insel zweifelten, davon zu überzeugen, dass die Insel noch immer wunderschöne Wälder und Strände zu bieten hat und ein Urlaub sich in jeder Hinsicht dort auszahlt. Einen echten Samosfan schreckt auch ein solches Feuer nicht ab, zumal die Kontakte zur Bevölkerung einen auch daran denken lässt, dass den Menschen nicht geholfen ist, wenn die Touristen ausbleiben und sich dadurch in den folgenden Jahren notgedrungen ein verbilligter Massentourismus dort bildet. Das wäre für alle Samosliebhaber ein Alptraum.

Inzwischen hat Uli einen gebrauchten Löschzug
und eine Motorpumpe mit Halogenbeleuchtung erwerben können. 
Ein weiterer Liebhaber und auch baldiger Bewohner der Insel hat von sich aus ebenfalls noch ein Löschgerät besorgt und alle  Gerätschaften werden Ende April von München über Venedig nach Samos verbracht. 


Marktplatz Ireon während der Brände 7/00
(Jan und Jeannette Visser)


Diese Aktion bedeutete für Uli und Janni eine Menge Arbeitsaufwand, Behördenklippen mussten gemeistert, Helfer für die Überführung gefunden werden, kleine Instandsetzungen an den Gerätschaften vorgenommen und privat auch Geld zugeschossen werden.
Eine aktuelle Spendenaktion vor einigen Wochen hat uns zwar noch nicht die gesamten Unkosten aber trotzdem ein überwältigendes Ergebnis gebracht. Es gingen innerhalb der letzten drei Wochen noch einmal 3.200 DM auf dem Spendenkonto ein.
Vor ca. drei Wochen brach ein erster kleiner Brand auf Samos aus, der aus Unachtsamkeit eines Landwirtes entstand. Die Freiwillige Feuerwehr konnte aber schnell und problemlos diesen Brand löschen. Das hat uns wieder gezeigt, wie wichtig auch weiterhin unsere Aktion ist. Ursprünglich wollten wir das Spendenkonto im November auflösen, aber nun wird die Aktion weiter bestehen bleiben und wir werden uns bemühen der Feuerwehr auf Samos noch weitere Spenden zukommen zu lassen, für Ausbildung des Nachwuchses oder für weitere modernere Gerätschaften. Für uns ist es äußerst wichtig, dieses kleine Paradies für die Bewohner und für uns als Gäste weiterhin so zu erhalten wie es jetzt ist, weitere Schäden durch Brand zu verhindern und die verbrannten Flächen wieder nutzbar zu machen.

Bild: Piko, www.samos-holidaypark.de

Ein weiterer Aspekt dieser Aktion ist die kommunikative Seite. Keiner von uns hätte je geglaubt, dass es so viele wirkliche Samos- Liebhaber gibt. Durch die Foren bei in-greece sind die Leute enger zusammen gerückt, erste Internettreffen haben stattgefunden. Bei einem weiteren in diesen Tagen, werde ich nun zum ersten Mal ca. 50 Leute kennen lernen, die uns in Wort, Geld und Tat zur Seite gestanden haben. Auch die beiden anderen Mitglieder der Samos- Hilfe Uli und Janni werde ich dann mit ihren Frauen zum ersten Mal persönlich in Augenschein nehmen können. Ein weiteres großes Treffen ist am 01.Juni 2001 im Paradiso in Agios Konstantinos auf Samos geplant. Dort werden wir eine lange Nacht bei Lifemusik, Wein und Ouzo und vielen neuen Tipps und Erzählungen verbringen.
Es sind doch sehr viele Leute, die wie ich und mein Mann wahres Bauchkribbeln bekommen, wenn sie nur an den Flug nach Samos, das Aussteigen am Flughafen und das Ankommen im vertrauten kleinen Hotel denken. Wir werden wieder im Hotel Atlantis wohnen, wo wir uns der intensiven, liebevollen Betreuung durch Spyros und seiner Frau Evanthia aussetzen werden.

So long es sind nur noch FÜNF Wochen!

Infos:
www.samoshilfe.de
www.in-greece.de
meine HP:  http://members.tripod.de/Regold4u/index-4.html

Kontoinfo: 
Kontoinhaber: Notariat Dr. Rheingans, Bielefeld 
Bank: Dresdner Bank Bielefeld 
BLZ.: 480 800 20 Kto.: 23 31 42 1 22 
Verwendungszweck: Private Samos-Hilfe 
Adresse der Bank: 
            Stresemann Str. 4, D-33602 Bielefeld 

 



Aktuelle Lage in Samos
Erneut Brände auf Samos
29.3.2001 - Die eher zufälligen Berichte des LeineBlick über Samos und die Samoshilfe bekommen in den letzten Tagen geradezu dramatische Aktualität: 
Bedingt durch die lang anhaltende Trockenheit und den starken Wind konnten sich seit dem 26.3.  erneut Waldbrände ausbreiten, die am gestrigen 28.3. zu einer regelrechten Krise führten: Das oder besser die Feuer hatten sich so nahe an die kleine Ortschaft Ambelos und die bekannten Bergdörfer Stavrinidis, Manolates und Vourliotes herangearbeitet, dass man bei Drehen des Windes das Schlimmste hätte befürchten müssen. Zwei Pkws, ein Wohnhaus und ein Löschzug sind inzwischen schon Opfer des Feuers geworden. Alle Kräfte der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehr und auch Helikopter waren im Einsatz. Das Gelände ist unwegsam und die Löscharbeiten wieder einmal mehr als schwierig.

Heute am 29.03.01 um 13.20 Uhr erhält unsere Berichterstatterin Regina Goldbach die 

Nachricht, dass die Feuer gelöscht seien: Noch seien aber alle Kräfte im Einsatz, um ein Wiederaufflackern zu verhindern.
 
Kommentar:
Auch wenn Waldbrände in der Region des Mittelmeers an sich nichts besonderes sind, erleben wir hier wie auch anderswo eine Häufung der Naturkatastrophen, die auch unsere Solidarität fordern. Es ist zu hoffen, dass sich aufgrund dieser Meldungen all jene, die Samos einmal als Ferienziel kennen und lieben gelernt haben und sich der griechischen Gastfreundschaft erfreuen durften, sich jetzt erkenntlich zeigen, sei es durch einen kleinen Obolus zur finanziellen Unterstützung der Brandbekämpfung (z.B hier), sei es durch die erneute Buchung eines Urlaubs auf der Insel, denn Samos lebt von Individualtourismus. Und erholsame Ferien sind ohne Einschränkung nach wie vor garantiert, denn die Küstenorte sind von der Brandgefahr nicht betroffen.